Aus dem Koreanischen von Minki Jeong, Harald Gärber und Stefan Straub. Der Schriftsteller Daeun, ein Alter Ego des Autors, erinnert sich in einem Zyklus von Geschichten an seine schwere Kindheit und an die Menschen, deren tragische Schicksale er in dieser Zeit in seinem Heimatdorf miterleben musste. Vergangenheit und Gegenwart kreuzen sich immer wieder, und was zunächst längst vergangen scheint, bestimmt noch heute seine Existenz. Die angenehmen und weniger angenehmen Begegnungen mit Menschen und die Erinnerungen daran münden zuletzt in ein Gespräch mit seiner sterbenden Schwester Yangsun, in dem Daeun vieles über sich erfährt, was ihn umdenken lässt, eigentlich müsste er jedem dieser Menschen noch einmal begegnen, um jedem eine neue Bedeutung zu geben. Er weiß nun, dass er sich aussöhnen muss, mit den Menschen und auch mit sich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2006
Stefan Gnam begrüßt diesen Band mit autobiografisch gefärbten Erzählungen des koreanischen Autors Song Kiwon. Als historischen Hintergrund der Geschichten nennt er die sogenannte Ära des Nachkriegs-Jammertals in den fünfziger Jahren, die Landflucht als Folge der Industrialisierung und die Umbruchsverheißungen des "Seouler Frühlings" von 1980. Überzeugend findet er die geschickt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Realität pendelnde Erzählweise des Autors. Die Erzählungen beschreibt er als "Sozialtragödien" und "proletarische Episoden", die vom Ringen um Menschenwürde und Seelenfrieden inmitten gesellschaftlicher Schizophrenie handeln.
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