Aus dem Englischen von Irma Wehrli. Nadia merkt in den Ferien in Kairo, wie fremd ihr die Heimat ihrer Mutter geworden ist. Ein zum Islam konvertierter Schotte fliegt nach Khartum, um seine Braut zu heiraten. Als ihr Vater plötzlich stirbt, wird er mit den fremden Riten konfrontiert, die ihm mehr zu schaffen machen, als er geglaubt hatte. Farida muss sich gegen ihren strengen Vater durchsetzen, um in der Schule eine Brille tragen zu dürfen. Schadia, eine Studentin aus einer wohlhabenden sudanesischen Familie, freundet sich in Großbritannien gegen alle Hindernisse mit einem schottischen Kommilitonen aus einer Arbeiterfamilie an. Leila Aboulela verschränkt geschickt die Lebenswirklichkeiten in Ägypten, im Sudan und in Großbritannien miteinander. Ihre Figuren können im "Anderswo" nicht wirklich zu Hause sein, aber die "Heimat" ihres Herkunftslandes erscheint ihnen aufgrund ihrer Migrationserfahrungen ebenso fremd.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.10.2022
Rezensentin Susanna Petrin staunt, wie nuancenreich die sudanesisch-britische Autorin Leila Aboulela ihr Thema variiert: Das Leben in der Fremde, mit dem Verlust und Bereicherung zugleich einhergehen. Wie unangestrengt die Autorin Figuren und Stimmungen zeichnet, imponiert der Rezensentin, die gleichwohl erkennt, dass Aboulela hier eigentlich immer wieder ihre eigene Geschichte erzählt. Über manche Klischees und den Hang zum Wertkonservativen sieht Petrin hinweg, beachtlicher findet sie die Zwischentöne, die dem entgegenwirken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2022
Rezensentin Lena Bopp erkennt die Schwebe als den eigentlichen Zustand der Figuren in den Erzählungen von Leila Aboulela. Die weitgereiste Autorin behandelt darin Beziehungen zwischen den Kontinenten, Menschen, hin- und hergerissen zwischen Abu Dhabi, Kairo, London und Khartoum. Dass ihre Biografie der Autorin die nötigen Kenntnisse und Erfahrungen an die Hand gibt, um über die Spannung zwischen Privilegien und Benachteiligung, Fremd- und Zuhausesein zu erzählen, ist das eine, meint Bopp. Das andere ist laut Bopp der Umstand, dass die Texte der Leserin auf gekonnte Weise einen Einblick in die Gedanken der Figuren vermitteln. Sie kreisen um Herkunft und Identität, erläutert Bopp.
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