Von der Londoner Berufsmusikerin zur gefeierten Vogel-Beobachterin: In den späten 1930er Jahren zog die Violinistin Len Howard in ein abgeschiedenes Haus in Sussex, das in den folgenden 20 Jahren als "Bird Cottage" berühmt wurde. Dank ihrer Faszination für die Vögel ihres Gartens hielt Len Howard alle Türen und Fenster geöffnet, und die Vögel flogen ein und aus. Mit großer Hingabe und Geduld beobachtete sie das Verhalten der Vögel, gewann ihr Vertrauen und lebte Seite an Seite mit ihnen. Ihre Einblicke in die Welt der Vögel zeugen von tiefer Kenntnis und feinem Humor. Obwohl Amateurbeobachterin, wird Len Howard als Pionierin der Vogelkunde gefeiert, da sie bereits vor 70 Jahren den Vögeln Intelligenz, Kommunikation und eine eigene Persönlichkeit zuschrieb.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2025
Rezensentin Sylvia Staude würdigt Len Howards Buch als leises, eindrückliches Plädoyer für den Blick auf das scheinbar Selbstverständliche - die Vogelwelt im eigenen Garten. Die Autorin, einst Musikerin, lässt in ihrem "Bird Cottage" bei Sussex Vögel wohnen und beschreibt ihr Verhalten mit großer Geduld und Genauigkeit. Dass Kohlmeisen "Gesichtsausdrücke" haben oder Rotkehlchen sich als Schauspieler geben, wirkt bei Howard nie verniedlichend, sondern glaubhaft, versichert Staude. Ihre Sprache sei "spröde, nüchtern", gerade deshalb aber überzeugend. Howard erkennt individuelle Charaktere, Intelligenzunterschiede - und wagt sogar ein Nachdenken "über die Natur der Vogelseele". Ein stilles Buch, das die Wahrnehmung schärft und Vögel nicht länger als beiläufige Kulisse, sondern als Nachbarn mit Geschichte und Gefühl erscheinen lässt.
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