Lena Gorelik

Null bis unendlich

Roman
Cover: Null bis unendlich
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783871348068
Gebunden, 304 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Fünfzehn Jahre lang hat Nils Liebe nichts von Sanela gehört. Damals waren beide vierzehn, Nils multiplizierte vierstellige Zahlen im Kopf, Sanela kam aus Jugoslawien und hatte im Krieg ihre Eltern verloren. Zwischen den beiden Außenseitern begann eine heftige Freundschaft, vielleicht wäre es sogar mehr geworden. Aber nachdem sie zusammen ausgerissen waren und versucht hatten, in Bosnien das Grab von Sanelas Vater zu finden, eine so vergebliche wie gefährliche Reise, kam das abrupte Ende zwischen Nils und dem wilden Mädchen, das immer aus allem ausbrechen wollte. Nun erhält Nils einen Brief von Sanela, einen Brief wie früher, scheinbar zufällig. Und weiß beim ersten Treffen, wie sehr sie ihm all die Jahre gefehlt hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2015

Von Lena Goreliks viertem Roman ist Rezensentin Dana Buchzik ein wenig enttäuscht. Zwar ist die Geschichte um die vierzehnjährige Sanela, die nach dem Verlust ihrer Eltern im Balkankrieg zu ihrer Tante nach Deutschland kommt, sich mit dem hochbegabten Außenseiter Nils anfreundet, Jahre später nach einem Selbstmordversuch in der Psychiatrie landet und den Kontakt zu ihrem Jugendfreund wieder aufnimmt, durchaus handlungsreich, berichtet die Kritikerin. Leider können aber weder der Roman selbst noch die Figuren rechte Sogkraft entwickeln, klagt Buchzik, der Sanela zu selbstzerstörerisch und Nils mit seinem wortwörtlichen Wikipedia-Wissen zu altklug erscheint. In den leisen, fast sprachlosen Passagen glänzt die Erzählkraft der Autorin allerdings, schließt die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.09.2015

Lena Goreliks neuer Roman "Null bis unendlich" ist ein Fall für die "Pathospolizei", seufzt Rezensentin Kathleen Hildebrand, die die Romane der Autorin normalerweise wegen ihrer Leichtigkeit schätzt. In diesem Buch entdeckt sie davon wenig, denn Gorelik packt hier nicht nur den Balkankrieg, einen Suizidversuch, Hochbegabung, Asperger-Syndrom, Bindungsunfähigkeit und einen Hirntumor hinein, sondern stattet ihre Protagonisten, den Journalisten Nils und seine Jugendliebe, das jugoslawische Flüchtlingsmädchen Sanela auch noch mit derart übertriebenen Ungewöhnlichkeiten aus, dass der Kritikerin ganz schwindelig wird.
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