Japan ist ein traditionsbewusstes Land, in dem viele alte Hierarchien weiterhin gelten. So unterscheidet schon die Sprache streng zwischen großen und kleinen Brüdern, zwischen großen und kleinen Schwestern. Leopold Federmair beobachtet in seinen Essays und Erzählungen die kleinen Dinge des japanischen Alltags, er zieht dabei große Bögen zur Geschichte, Literatur und Kunst. Neben Betrachtungen über das Erdbeben von Tohoku, den Reaktorunfall in Fukushima und die nun schon zwanzig Jahre dauernde japanische Krise stehen Berichte von Reisen in abgelegene Gebiete des Landes, eine Sammlung von "Tokyo-Fragmenten" und Kurzprosastücke über Teehäuser, buddhistische Tempel und Pachinkohallen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.11.2013
Als appetitanregend, aber nicht sättigend bezeichnet Ruth Fühner Leopold Federmairs Essays über seine Wahlheimat Japan. Anregend findet sie die Randperspektive des Beobachters in den Texten, der Blick aus und auf Randzonen, sowie das Aufdecken unvermuteter west-östlicher Verbindungen oder von Widersprüchlichkeiten bei der urteilsfreien Sicht, etwa auf Gewalt in der japanischen Gesellschaft oder auf japanische Fernsehgewohnheiten. Dass Federmair des Öfteren das Klischee berührt, nimmt Fühner großzügig als Anreiz, selber genauer hinzusehen.
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