Mit einem Nachwort von Thomas Rothschild. Mit seinen "30 Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus" - zunächst als Serie in der Wiener Straßenzeitung "Augustin", später in Buchform erschienen -, hatte Richard Schuberth neue Schlaglichter auf den Satiriker und Sprachkritiker geworfen, den mit Kraus nicht vertrauten Lesern und Leserinnen einen Weg zu dessen Werk gebahnt, aber auch Kraus-Kennern neue Blickwinkel und ungeahnte Gegenwartsbezüge eröffnet. Schuberth zeigt, was aktuelle Gesellschafts- und Kulturkritik von Karl Kraus lernen könnte, lernen sollte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2016
Insbesondere nach der Lektüre von Jonathan Franzens "Kraus-Projekt" kann Rezensent Helmut Mayer Richard Schuberths erweiterte und neu herausgegebene Studie zu Karl Kraus dringend empfehlen. Denn im Gegensatz zu Franzen und Kehlmann, von Schuberth als "Literatur Pin-ups" bezeichnet, gelinge es dem Wiener Dramatiker und Essayisten, der "gnadenlosen Überforderung" durch Kraus Herr zu werden, den Autor nicht auf linksliberale Kritik zu begrenzen, sondern ihn als produktiven Feind der bürgerlichen Gesellschaft zu zeigen, der sich zwischen links und rechts kaum einordnen lasse. Dankbar vermerkt Mayer darüber hinaus, dass Schuberth anders als Franzen auch darauf verzichtet, Kraus auf aktuelle Verhältnisse herunterzubrechen und stattdessen in dreißig Kapiteln - etwa Frauen, Psychoanalyse, Sozialismus, Krieg oder Sexualität - die Bandbreite von Kraus' Leben und Denken darstellt. Mit Blick auf die stilistische Brillanz und die "polemische Verve" verzeiht der Rezensent dem Autor auch gern die ein oder andere Spekulation und rhetorische Überdrehtheit.
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