Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2002
Hanno Helbling ist von dem zweibändigen Lexikon zur Kirchengeschichte nicht sonderlich angetan. Seine Hauptkritik richtet sich gegen das Ordnungsprinzip der Herausgeber: Es orientiert sich ausschließlich an Begriffen, und deren Auswahl findet Helbling nicht besonders begründet. Namen tauchten nur unter ferner liefen und nicht einmal in einem Register auf. Helbling liefert das Beispiel von Thomas von Aquin, der einmal mit einem halben Satz namentlich im Artikel über Scholastik erwähnt wird, ähnliches gilt für Ignatius von Loyola, den man bei "Orden" verortet hat, wohingegen es zu Jesuiten, Domikanern oder Franziskanern überhaupt keinen direkten Zugang gebe, wie Helbling moniert. Naturgemäß sei das Niveau der Beiträge unterschiedlich, schreibt der Rezensent; für erwähnenswert hält er die Artikel über den "Investiturstreit" (Rudolf Schieffer), zu "Italien" (Giuseppe Alberigo) und den "Nationalkirchen" (Erwin Gatz). Dass ein katholischer Verlag wie Herder der römisch-katholischen Kirche Vorrang gibt, versteht sich fast von selbst, schließt der enttäuschte Rezensent.
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