"Die Krise des römisch-katholischen Priesteramtes ist offenkundig. Priestermangel, Gemeinden ohne Eucharistie, Zölibat, Frauenpriestertum bezeichnen Probleme, die weitgehend die gegenwärtige Not der Kirche bestimmen". Herbert Haag hat in seinem Buch die Situtation der Kirche im deutschen Sprachraum klar beschrieben - die Brisanz seiner Analyse zeigten Reaktionen von bischöflicher Seite und eine große Resonanz in den Medein. In seinem neuen Buch nun geht es dem Bibelfachmann um noch Grundsätzlicheres: um den überfälligen und grundlegenden Strukturwandel der Kirche, wie schon Karl Rahner ihn vor dreißig Jahren angemahnt hat. Wie kann eine Verfassung der Kirche aussehen, die sich an dem einzigen Pontifex Jesus Christus orientiert, an seinen Lebensmaximen und seinem Sendungsauftrag? Ein zentraler Beitrag in der Diskussion um eine glaubwürdige Kirche auch im dritten Jahrtausend.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2000
Es geht dem Autor um die "Verfassung" der katholischen Kirche, im doppelten Sinne. Zwar habe sie keine Verfassung im staatsrechtlichen Sinn, weniger streng genommen gebe es aber doch eine, in "polyphonem Wortlaut" (so die Formulierung des Rezensenten Hanno Helbling) - und die muss, findet Haag, geändert werden. Nicht die "Herrschaft der Priester" sei Christi Ziel gewesen, sondern eine "Gemeinschaft der Gläubigen". Derzeit jedenfalls ist die Verfassung der Kirche, im anderen Sinne des Wortes, schlecht, Kirchenaustritte und Priestermangel werden als Stichworte genannt. Seine Kritiker behaupten, dass eine Haag`sche Kirchenreform genau das herbeiführen würde, wovor er warnt: eine "Implosion der katholischen Kirche". Das findet der Rezensent interessant: Über den "kirchen- und heilsgeschichtlichen Ort einer Implosion" sollte man mal nachdenken, meint er.
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