Das neue Kursbuch macht einen Reigen auf, erzählt von Traumhochzeiten, lesbischen Möwen, Lebensliebe, und Ehe-Alternativen. Nach dem Ende der alten, hetero-kleinfamiliären Paarungsverbindlichkeiten, so sieht es Rezensent Sebastian Handke, gilt das Beziehungsmodell des britischen Soziologen Antony Giddens: "Man hat keine Wahl, als zu wählen." Handke geht auf einige Beiträge im einzelnen ein, darunter den Aufsatz des Soziologen Jo Reichertz: dass wachsende Scheidungsraten dennoch nicht mit einer sinkenden Zahl von Eheschließungen korrelieren, so Reichertz, sei einer wachsenden Vorliebe für Rituale geschuldet. Ein euphorischer Beitrag von Ina Hartwig zur 'Lebensliebe' wird von Handke kurz abgehakt. Für den besten Text des Bandes hält er Manfred Schneiders Aufsatz über die "Alternativen zur Ehe und über die Restsüße der Arterhaltung". Schneider rezensiere die Alternativen Traumpaar, wilde Ehe, Kommune I, die Junggesellenmaschine sowie das Konzept der Arbeit als einzige radikale Alternative zur Ehe. Dieses erhalte gerade sein Update: "Die neuen Kirchenväter sind Reproduktionsmediziner." Die Biopolitik trete in eine neue Phase ein. Die Ehe, meint Handke, wird wohl trotzdem überleben.
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