Durch die Augen eines Kindes, des Jungen Cheol, nähert sich der Autor den Erinnerungen seiner Kindheit auf einer kleinen Insel. Es ist eine Liebeserklärung an das Leben in all seinen Facetten: Geburt und Tod, Liebe, Hass und Wahnsinn werden durch den kindlichen Blick ein wenig ihrer Schwere beraubt. Es ist eine glückliche Kindheit, die der Junge, zusammen mit zwei älteren Geschwistern bei seinen Großeltern verbringt, bis er zehn Jahre alt ist und mit der Familie auf das Festland umziehen muss, wo seine Eltern schon länger wohnen. Der Glaube an die Beseeltheit aller Dinge, auch der Sterne, droht mit dem Erwachsenwerden und dem Verlust der kleinen Inselwelt verlorenzugehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2020
Steffen Gnam liest den Roman des koreanischen Schriftstellers Lim Chul Woo als Allegorie auf eine verzauberte Kindheit auf einer südkoreanischen Insel. Wie der Autor vom Leben im Dorf, von den Großeltern, vom Krieg, von Legenden und Schamanismus erzählt, burlesk, atmosphärisch und mit viel Empathie für die eigensinnigen Insulaner, findet Gnam lesenswert. Das laut Gnam typisch koreanische leicht bittere Bedauern über den Verlust des Kindheitszaubers prägt den Text.
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