Lindsey Fitzharris

Der Horror der frühen Medizin

Joseph Listers Kampf gegen Kurpfuscher, Quacksalber & Knochenklempner
Cover: Der Horror der frühen Medizin
Suhrkamp Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783518468869
Kartoniert, 276 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englisch von Lindsey Fitzharris. Grausig sind die Anfänge der Medizin: Leichenraub, blutige Operationen wie Kirmesspektakel, Arsen, Quecksilber, Heroin als verschriebene Heilmittel. Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Unwissen der Ärzte sagenhaft, wie sie praktizieren, ein einziger Albtraum. Bis ein junger Student aus London mit seinen Entdeckungen alles verändert.

Als Joseph Lister 1844 sein Studium in London beginnt, ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung desaströs: Die Krankenhäuser sind überfüllt und verseucht. Um aufgenommen zu werden, müssen Patienten genug Geld für die eigene Beerdigung mitbringen. In den Operationssälen arbeiten Chirurgen in Straßenklamotten vor schaulustigem Publikum. Warum fast alle Patienten sterben, wie sich Krankheiten ausbreiten, darüber herrscht nicht die geringste Einigkeit, nur hanebüchene Theorien. Joseph Lister wird dann Chirurg, er will ganz praktisch helfen. Und von Neugier und hellem Verstand geleitet, entwickelt er eine Methode, die das Sterben vielleicht beenden kann …

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2019

Kai Spanke übt Nachsicht mit Lindsey Fitzharris. Dass die Autorin zum schrillen Skandalton neigt, wenn sie die blutigen Verhältnisse in den frühen Anatomiesälen beschreibt, scheint ihm durchaus Teil einer Tradition zu sein, bei der das Abtrennen von menschlichen Gliedmaßen zum Spektakel stilisiert wird. Als umso angenehmer empfindet er die Ausnüchterung, die der Stil im Buch erfährt, wenn Fitzharris sich der Geschichte Joseph Listers und der antiseptischen Chirurgie zuwendet. Hier wird die Autorin zur gewissenhaften Historikerin, staunt Spanke, Endnoten inklusive.
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