Eine Frau. Ein Mann. Ein entzogener Führerschein. Kunst. Darum geht es in "Individualverkehr", dem neuen Roman von Lisa Kränzler. Die Künstlerin K nutzt, nachdem sie ihren Führerschein abgeben musste, den Fahrdienst des Künstlers Z, um täglich zu ihrem Atelier zu gelangen. Während der Fahrten entspinnen sich im Auto Gespräche, in denen es um Sicherheit und Unsicherheit, um Geist und Körper, um Liebe und Hass, um die Kunst und das Leben, kurzum: um alles, geht.
Erwartungen erfüllt! Rezensent Oliver Jungen hält die Autorin für eine der "schlausten" und "wortgewandtesten" deutschen Künstlerinnen - und das stellt sie in ihrem neuen Roman eindrucksvoll unter Beweis. Schön und schamlos zugleich nehme sie Themen wie Sucht und Einsamkeit ihre Schwere: Die Protagonistin K engagiert für die täglichen Fahrten ins Atelier den Bildhauer Z als Fahrer. Aus dieser erzwungenen Nähe entwickelt sich eine besondere Beziehung, die die Protagonistin aus ihrer Isolation herausholt. Während die Dialoge humorvoll und alltagsnah sind, offenbart sich in Ks Innenwelt eine düstere Seite: Rückblicke auf frühere Süchte und psychische Abgründe zeigen ihre Verletzlichkeit, lesen wir. Was Kränzler hier vorlegt, ist Künstlerinnenporträt und Gesellschaftsanalyse zugleich - eine faszinierende Autofiktion über Einsamkeit, Kreativität und Abhängigkeit.
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