Aus dem Schwedischen übersetzt von Katharina Erben. "What is love?", fragte sich der deutsche Eurodance-Star Haddaway bereits im Jahre 1993. In "Der Ursprung der Liebe" sucht die Comic-Künstlerin Liv
Strömquist neue Antworten auf diese allgegenwärtige Frage. Ihre Suche führt sie von der Prüderie des 19. Jahrhunderts,
über nordische Göttinnen, Anti-Romantik und soziologische Theorien, bis hin zur Psychoanalyse.
Dabei geht sie auch einer Reihe weiterer Fragen nach, wie: Was ist innerhalb einer Beziehung erlaubt und was nicht? War
Ronald Reagans Frau Kommunistin? Und war Prinz Charles in Diana verliebt?
Rezensent Jan Drees versichert, dass der Doppelband mit den beiden großen Erfolgen der schwedischen Illustratorin Liv Strömquist auch etwas für Männer ist, obwohl (oder vielleicht gerade weil) er sich auf über 280 Seiten mit nichts als "der Liebe und dem weiblichen Genital" auseinandersetzt. So humorvoll, wie die Autorin noch die hanebüchensten Irrtümer von Männern über die Vulva beschreibt, erscheint ihm das Buch als höchst unterhaltsame Aufklärungsliteratur, die er nicht nur Feministinnen ans Herz legt.
Dass der Feminismus das Potential textlicher Erscheinungsformen noch nicht ganz ausgeschöpft hat, beweisen Rezensentin Jana Luck die Comicbände der schwedischen Autorin und Zeichnerin Liv Strömquist. Einen "grafischen Essay" nennt sie Strömquists "Der Ursprung der Liebe", denn hier führt die Autorin philosophische, psychologische und soziologische Überlegungen, Diskurse und Theorien mit dem Leben und Streben der Stars und Medienfiguren zusammen und erklärt, warum uns das Narrativ der glücklichen Liebe bzw. die Suche danach so fasziniert und in Atem hält, lesen wir. Dabei, erklärt Luck, arbeitet die Comiczeichnerin collagenhaft, setzt Bekanntes in ungewöhnliche Zusammenhänge und schafft es so, den Leser zu einem Perspektivwechsel, einem Umdenken zu bewegen. Ganz ähnlich funktioniere Strömquists älterer Band "Der Ursprung der Welt". Bewegend und provokant sind ihre Comics und immer eine Bereicherung, so die begeisterte Rezensentin.
Elise Graton liest Liv Strömquists Comic als Plädoyer für ein Glück, das auf heteronormative Schranken pfeift. Gut gefällt ihr der agitierende Gestus der wie Megafon-Gebrüll daherkommenden mit Riesenbuchstaben gefüllten Panels. Gut auch, wie die Autorin Britney Spears oder Lady Di zu modernen Märchengestalten macht, denen sie mit komplexen Thesen von Nancy Chodorow bis Randall Collins zuleibe rückt. Der flapsige Humor und der naive Strich könnten täuschen, warnt die Rezensentin. Dahinter legt die Autorin gekonnt die Mechanismen emotionaler Abhängigkeiten frei, meint Graton.
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