Die häufig für eine Gemeinschaft gehaltenen amerikanischen Geheimdienste sind eigentlich 13 voneinander unabhängige Institutionen. Ebendies führte in der Vergangenheit immer wieder zu tragischen Pannen. Im Konkurrenzkampf kommt die Qualität der Informationen zu kurz, ebenso wie durch politische Voreingenommenheit bzw. den Drang, dem Präsidenten die Informationen zu bescheren, die für ihn am angenehmsten sind. Objektivität scheint oft ein Fremdwort zu sein. Damit in Zukunft derartige Pannen - von denen der 11. September den Höhepunkt darstellte - vermieden werden können, müssen grundlegende Veränderungen in der Organisation der Geheimdienste vorgenommen werden - meint der Autor, der selbst einmal in einer Geheimdienstkommission arbeitete.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2003
Die Anschläge vom 11. September 2001 hätten verhindert werden können, hätten die Geheimdienste der USA die vorhandenen Informationen über Terroristen schnell, koordiniert und mit Sachverstand ausgewertet. Die "strukturellen Ursachen" für das Versagen der amerikanischen Geheimdienste nimmt nun Loch K. Johnson in einem nach Ansicht von Rezensent Detlef Junker "vorzüglichem Buch" unter die Lupe. Als Hauptproblem der dreizehn nachrichtendienstlichen Organisationen der USA nennt Junker die Bürokratie und charakterisiert die Dienste als eine "fragmentierte, von Konkurrenzdenken, Verteilungskämpfen und bürokratischen Wucherungen befallene Riesenkrake". Auch die seit 1996 eingerichteten interbürokratischen Zentren, deren Aufgabe Koordination und Abgleich von Daten ist, verfielen, wie Johnson zeige, in kurzer Zeit der bürokratischen Fragmentierung. Auch dass wesentlich mehr Geld für Spionage durch Technik als für die Spionagetätigkeit von Agenten ausgegeben wird, halte Johnson für ein großes Problem. So verfügten die Amerikaner zwar über eine nahezu perfekte Transparenz des Gefechtsfeldes, wüssten aber nicht, was in den Seelen und Köpfen der Iraker vor sich gehe. Insgesamt eine "notwendige wie ernüchternde Lektüre", resümiert der Rezensent.
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