Loretta Lux

Loretta Lux

Die unheimlich schönen Kinder der Photoshop-Generation The New York Times
Cover: Loretta Lux
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2005
ISBN 978 377571594
Gebunden, 96 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Nancy Grubb. Mit 45 farbigen Abbildungen und einem Text von Fracine Prose. "Meine Fotografien handeln von Kindheit und Verlorenheit in der Welt als existenzielle Grunderfahrung des Menschen", so kommentiert Loretta Lux selbst ihre Porträts, mit denen sie zuletzt in New York und Amsterdam vielbeachtete Auftritte hatte. Die digital nachbearbeiteten Porträts der 1969 in Dresden geborenen Künstlerin irritieren den Betrachter in ihrer Unbestimmtheit zwischen Fotografie und Malerei, zwischen Traum und Realität: Die Dargestellten, meist Kinder mit Porzellanteint und manierierten Gesten, blicken uns traumwandlerisch entrückt an. Sie posieren vor schlichten Interieurs, kargen oder romantischen Landschaften, die an Ansichten alter Meister,etwa an Gemälde von Velazquez oder Runge, erinnern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2006

Ausgesprochen beeindruckt hat Rezensent Hubert Spiegel in diesem Band mit digital bearbeiten Kinderfotos geblättert, von denen für ihn etwas "tief Beunruhigendes" ausgeht. Genau so, wie die darauf abgebildeten Kinder, hat er sich die Klonkinder aus Kazuo Ishiguros Roman "Alles, was wir geben mussten" vorgestellt. Die Künstlichkeit ihrer Inszenierung lässt ihn bei den Fotos an Velazquez, der frühreife Ernst der Modelle an Lewis Caroll denken. Manchmal sind die Aufnahmen aus seiner Sicht auch durchwirkt von der bedrohlichen Atmosphäre einer Diane Arbus. Lesenswert, aber leider zu sehr um "political correctnes" bemüht findet der Rezensent auch den im Buch abgedruckten erläuternden Text von Francine Prose.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.06.2005

Loretta Lux hat von der Malerei zur Fotografie gewechselt, lässt uns Ulf Erdmann Ziegler wissen. Lux' fotografische Arbeiten erinnern ihn an die Fotografin Sally Mann, die wie Lux im "Genre der dreisten Metaphorisierung des kindlichen Gemüts" tätig sei. Lux stellt Kinder vor die Kamera, die laut Ulf Erdmann Ziegler wie "zum Leben erweckte Käthe-Kruse-Puppen" aussehen. Sie posieren vor Landschaften in "fürchterlichem Grün oder vor dem Hintergrund einer Satellitenstadt. Lux' Bildern sieht man die Herkunft aus der Malerei durchaus an, behauptet Ziegler, es seien Montagen von Porträts und Landschaften, eine "Mischung aus Pixelwelt und Pixifoto". Für den Rezensenten geht es Lux darum, die europäische Vorstellung vom Kind zu hinterfragen. Die asiatischen Kinderporträts findet er darum auch weniger interessant.

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