Aus dem Englischen von Miriam Mandelkow. Über der amerikanischen Hauptstadt Washington stürzt ein Kampfjet ab, und die Regierung setzt alles daran, den Vorfall zu vertuschen. Zur gleichen Zeit wird der Presse ein Geheimdienstbericht zugespielt, der Aufschluss geben könnte über die Hintergründe des Absturzes. Die Reporter einer renommierten Washingtoner Tageszeitung und der Chef einer Geheimdienstabteilung sind die Gegenspieler in einem skrupellosen Ringen um die Wahrheit. Doch wird man Gut und Böse hier vergeblich auseinanderzuhalten versuchen: Die ehemalige Reporterin Lorraine Adams kennt die dunklen Triebfedern der eng verzahnten Politik- und Medienmaschinerie, die das Geschehen auf der Welt in gefährliche Bahnen zwingt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.01.2012
Was sie am Ende von Lorraine Adams' Politthriller hält, verrät Sylvia Staude nicht, vom Plot jedoch erfahren wird soviel: Eine Kampfpilotin stürzt über Washington ab, die Air Force hat an ihr den Versuch unternommen, ein Flugzeug unbemerkt fernzusteuern. Nicht aufgeklärt beziehungsweise eifrig vertuscht wird dieser Zwischenfall in den Washingtoner Hinterzimmer ebenso wie auf der Flugbasis von Bagram. Mitunter findet Staude den Stil Adams' Stil "nervös und skizzenhaft", mitunter sprachmächtig und präzise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2011
Der zweite Roman der Pulitzer-Preisträgerin und ehemaligen Journalistin Lorraine Adams ist auf Deutsch erschienen, und Rezensent Hannes Hintermeier findet ihn "überragend". In "Crash" hat er eine intelligente Geschichte gelesen, die, trotz der Tatsache, dass sie in diesem Milieu spiele, alle Erwartungen an einen typischen Washington-Geheimdienstthriller unterlaufe - schon, weil der Nervenkitzel hier erst spät auftrete, dafür aber umso länger nachhalle. Darüber hinaus sei "Crash" auch eine herrliche Abrechnung mit dem Journalismus. So muss sich Reporterin Mary bei ihren Recherchen zu einem mysteriösen Flugzeugabsturz einerseits mit "Ressorteitelkeit, Zuständigkeitsgespreize" und dem Nachrichtenchaos ihrer Zeitung plagen und wird anderseits von der Desinformationspolitik einer Firma behindert, die alle digitalen Informationen zum Afghanistankrieg sammelt und offenbar für den Absturz verantwortlich ist. Der Rezensent lobt neben Adams ausgezeichneter Recherche in Afghanistan und in Geheimdienstkreisen insbesondere ihr Talent die komplexen Fakten in eine poetische Sprache zu übertragen.
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