William Gay

Nächtliche Vorkommnisse

Roman
Cover: Nächtliche Vorkommnisse
Arche Verlag, Zürich 2009
ISBN 9783716026052
Gebunden, 286 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Joachim Körber. "Die Toten wurden auf einer strohbedeckten Pritsche zur Schau gestellt. Also der Schlag soll mich treffen, sagte ein dicker Mann. Er zeigte auf eine blutige Masse krauser Haare. Kannst du dir denken, warum der Killer auch den Hund getötet hat? Das hab ich mich auch schon gefragt, sagte Sandy. Ich glaub, es war einfach nichts anderes zum Töten mehr übrig ..." So beginnt dieses ungeheuerliche Buch, das Stephen King zur besten Neuerscheinung des vergangenen Jahres kürte. Die Geschichte spielt 1951 in einem Kaff in Tennessee: Den Geschwistern Corry und Kenneth Tyler stockt der Atem, als sie herausfinden, was Bestattungsunternehmer Fenton Breece mit dem Leichnam ihres Vaters angestellt hat. Sie beschließen, Breece zu erpressen. Woraufhin der Bestatter einen Mann anheuert, ihm die Geschwister Tyler vom Hals zu schaffen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2010

Wolfgang Schneider hat sich, wie es scheint, mit großer Begeisterung in die finstere Romanwelt von William Gay begeben. Der 1943 geborene Autor publizierte erst 55-jährig erste Erzählungen und arbeitete lange als Schreiner, lässt der Rezensent wissen, der auch die Texte handwerklich gut gemacht findet. In dem um 1955 in Tennessee spielenden Roman geht es um einen nekrophilen Bestatter, dem ein jugendliches Geschwisterpaar auf die Schliche kommt und den es erpressen will, dafür aber einen psychopathischen Killer auf den Hals gehetzt bekommt, fasst Schneider zusammen. Er ist tief in den Bann gezogen von der atmosphärischen Dichte des Romans, wobei er betont, dass das Buch eben nicht durch rasante Zuspitzung, sondern durch die "Dehnung" des düsteren Geschehens seine beeindruckende Wirkung erzielt. Gay beschreibt eine alptraumhafte Welt, in der allenthalben die Spuren von zerstörter Zivilisation und gespenstischer Natur beunruhigen, wobei er sich auch in den Dialogen als Meister der "Stimmungskunst" erweist, wie Schneider schwärmt.
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