John Griesemer

Herzschlag

Roman
Cover: Herzschlag
Arche Verlag, Hamburg 2009
ISBN 9783716026038
Gebunden, 427 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens. New York im September 2001: Der Schauspieler Noah Pingree ist auf dem Weg zur Arbeit. Im Theater im Lincoln Center steht sein neues Stück auf dem Programm. Alles ist wie immer, doch je näher der Auftritt rückt, desto stärker werden Noahs Kopfschmerzen. Und kurz bevor sich der Vorhang öffnet, trifft ihn der Schlag. Als er Tage später in einem Krankenhaus erwacht, steht nicht nur die Stadt New York, sondern die ganze Welt unter Schock. Doch Noah kämpft sich zurück ins Leben - und stellt fest, dass manchmal erst alles aus den Fugen geraten muss, damit etwas Neues beginnt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.07.2009

Was zu tun ist, um den 11. September als "gigantische narzisstische Kränkung" zu erfahren, lehrt den Rezensenten der Autor mit seiner Hauptfigur. Schon der Kontrast Vorher und Nachher funktioniert aber nicht in diesem Roman, um einen Komapatienten, der 9/11 verschläft, meint Burkhard Müller einigermaßen enttäuscht. Nicht mal New York kann den "zähen" Humor der Geschichte ausbügeln oder den "Gestus der Bedeutsamkeit", den John Griesemer noch den banalsten Momenten seines Textes mitgibt. Die an schrägen Typen nicht arme Familiengeschichte mit dem großen Schläfer im Mittelpunkt bleibt für Müller ohne Reiz. Da helfen auch die "besten Passagen" des Buches nicht, in denen Griesemer an die Glanzeit des Broadways erinnert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2009

Problematisch will Margret Fetzer John Griesemers autobiografischer Roman erscheinen, weil er nirgends das Verhältnis von Fiktion und Fakten, von Kunst und Leben reflektiert, wie sie feststellen muss. Der amerikanische Autor erzählt aus der Ich-Perspektive von seinem Alter ego Noah, der von Kindheit an dem Theater verfallen ist und einen Schlaganfall erleidet, was ihm das Schauspielen unmöglich macht. Der Roman stellt also die "Selbsttherapie" Noahs nach dem Schlaganfall und die Suche nach Identität jenseits des Theaters dar, erklärt Fetzer, die das offenbar nur wenig unterhaltsam findet. Nicht besonders überzeugend erscheint ihr zudem der Versuch, die persönliche Geschichte mit Bedeutung aufzuladen, indem der Schlaganfall mit dem Anschlag vom 11. September zusammengelegt wird. Immerhin, die beklagten Schwächen sieht die Rezensentin zumindest zum Teil durch "großartige Passagen" im zweiten Teil des Romans wieder gutgemacht. Schwierig aber bleibt für die Rezensentin, dass das Buch so ungebrochen aus der Autobiografie heraus entsteht und sich nirgends darüber klar zu werden versucht, was zum Beispiel die Form des Romans gegenüber dem Drama an Erkenntnisgewinn zu bieten hätte.
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