Mit Beiträgen von Patricia Feise, Katja Herzog, Elizabeth Prommer und Verena Veihl. Keiner anderen Fernsehsendung ist in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit gewidmet worden wie dem neuen Format Big Brother. Das Buch nähert sich diesem Ereignis von verschiedenen Seiten: Die Sendung wird in die Geschichte der Unterhaltungsformate im dualen Rundfunksystem und in die Entwicklung der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland eingeordnet. Nur in diesem Kontext wird deutlich, warum dieses Format entstehen und warum es so erfolgreich werden konnte. Die Faszination der Sendung erschließt sich über die Inszenierung als Docusoap. Wie Redaktion und Regie aus dem Leben der Kandidaten im Big Brother-Container Geschichten basteln, die die Zuschauer fesseln, ist ebenso Gegenstand wie das Verhältnis von sozialer Wirklichkeit und Inszenierung in den Auftritten der Kandidaten. Eine repräsentative Umfrage und Gruppendiskussionen mit Fans zeigen, wie die Zuschauer mit der Sendung umgehen. Schließlich ist zu lesen, wie die öffentliche Diskussion über Big Brother Ängste der Menschen in einer sich rapide verändernden Welt berührt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.11.2000
In einer kurzen, aber sehr informativen Rezension listet der Rezensent mit dem Kürzel "tpg" zahlreiche Stärken des Buchs auf. Dazu gehören für ihn vor allem die Passagen, in denen aufgezeigt wird, wie sehr die Produktionsfirma Endemol das "Big Brother"-Spektakel selbst inszeniert hat. Nicht nur dass die Container-Bewohner sich an vorgegebene Regeln halten müssen, sondern auch die Tatsache, dass ihre Darstellung durch bestimmte Aufnahmetechniken manipuliert werden, sei hier deutlich aufgezeigt. Klar wird seiner Ansicht nach dabei, dass "Big Brother" keinesfalls wirklich Alltag abbildet, wie so oft behauptet wird. "fg" lobt die eingehende Analyse der Autoren, die auch auf die "Popularität der Teilnehmers Zlatko" eingehen und sich der Berichterstattung in den Medien widmen. Kritik merkt der Rezensent lediglich dort an, wo sich die Autoren zu sehr "vom eigentlichen Betrachtungsgegenstand" entfernen, und auch an der Qualität der Fotos hat er einiges auszusetzen.
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