Im Januar 1980 gründeten Öko- und Friedensbewegte, Feministinnen, Biobauern und Kiezhelden die grüne Partei. Innerhalb von 30 Jahren hat sie sich von den "Turnschuh-Politikern" zu einer politischen Kraft entwickelt, die in fast allen Parlamenten, nicht selten als drittstärkste Partei, vertreten ist, Regierungsverantwortung übernimmt, Bürgermeister und Minister stellt. Und doch unterscheiden sich Die Grünen immer noch von den anderen Parteien: in ihrer Streitkultur, ihrer Basis-Orientierung und in ihren Mythen. Ludger Volmer, Gründungsmitglied, Ex-Staatsminister und Ex-Vorsitzender, erzählt die Geschichte(n) dieser besonderen Partei aus der Innensicht als Beteiligter wie aus der Außensicht des sozialwissenschaftlichen Forschers.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2010
Rezensent Werner Bührer ist insgesamt zufrieden mit dieser Geschichte der Grünen, die der grüne Außenpolitiker Ludger Volmer anlässlich des 30-jährigen Gründungsjubiläums der Partei vorgelegt hat. Die Frage, ob der Autor die nötigen Distanz gegenüber seinem Gegenstand hat, lässt er einmal dahingestellt sein. Ursprünge der Partei, ihre mühsame Gründung, grüne Politiker und die großen grünen Themen werden nach Darstellung Bührers ausführlich geschildert. Zwar merkt er dem Werk das Bemühen Volmers an, die Deutungsmacht über die Geschichte der Grünen zurückzugewinnen und seine Rolle gegen rivalisierende Sichtweisen etwa der von Joschka Fischa zu betonen. Die Beschreibung der innerparteilichen Grabenkämpfe Partei kommt seines Erachtens aber "ohne Hass und Häme" aus, leider nicht immer ohne Selbstgefälligkeit.
Ein unbeteiligter Twentysomething könnte nach der Lektüre der Parteigeschichte eines ihrer Gründer denken, schreibt Rezensent Peter Unfried, dass es sich bei der Partei der Grünen um eine Gruppe handelt, mit der man am besten nichts zu tun haben sollte. Und dass es in dieser Partei nur einen Einzigen gegeben hat, der stets klug und umsichtig war: der Autor selber nämlich. Damit hat Unfried schon den wichtigsten Punkt seiner Mängelliste abgehakt. Aber auch sonst kommt diese, Ludger Volmer zufolge "subjektive Chronik", beim Kritiker nicht gut an. Denn der Chronikteil sei nicht wirklich subjektiv, sondern eher langweilig. Es fehlen Unfried spannende neue Informationen über Bekanntes und Mythisches. Interessant wird das Buch für den Kritiker erst, als er Volmers Beschreibung seines Wandels unter Regierungsverantwortung liest: seine Desillusionierung darüber, dass die Parteibasis bei jeder Verantwortungsübernahme gleich "Verrat" gerufen und er schließlich seinen Rückhalt in der Partei verloren habe.
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