Herausgegeben von Ewald Grothe, Aubrey Pomerance und Andreas Schulz. Das Buch widmet sich einem der bedeutendsten Politiker der Weimarer Republik, der aus der öffentlichen Erinnerung verschwunden ist. Ludwig Haas (1875-1930) war ein leidenschaftlicher Kämpfer für die parlamentarische Demokratie, Vorsitzender der linksliberalen DDP und ein deutscher Patriot jüdischen Glaubens. Der hochdekorierte Kriegsfreiwillige setzte sich für die Völkerverständigung ein und trat antisemitischen und antirepublikanischen Kräften entschieden entgegen. Die Familie entzog sich der Verfolgung durch die Nationalsozialisten und emigrierte nach Neuseeland.
Die Beiträge beschäftigen sich mit den vielfältigen Aktivitäten und wechselhaften Lebenssituationen eines deutschjüdischen Politikers, der trotz der Verwurzelung der Familie in der badischen Heimat sich in wachsendem Maße mit dem völkischen Antisemitismus konfrontiert sah.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2018
Klaus A. Lankheit sieht sich durch den von Ewald Grothe, Aubrey Pomerance und Andreas Schulz besorgten biografischen Sammelband mit dreizehn Aufsätzen über den linksliberalen jüdischen Politiker Ludwig Haas dazu angeregt, die Weimarer Republik nicht nur vom Ende her zu sehen. Die vielen Aspekte von Haas' Wirken, seines politischen, familiären und gesellschaftlichen Umfelds, die der Band abdeckt, zeigen laut Lankheit eine bürgerliche Karriere im Schoß der Weimarer Koalition.
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