Aus dem Polnischen von Lothar Quinkenstein. Herings drei Erzählungen aus den Jahren der deutschen Besatzung Polens galten anderen polnischen Schriftstellern als besonders und bedeutend in ihrer Darstellung der Alltäglichkeit der Vernichtung. In der Erzählung über das "Schlupfloch" in der Ghettomauer, das als Schmuggelweg diente, schreibt Hering: "Das Ghetto lebte von
Warschau - und Warschau lebte vom Ghetto. Jeder zog seinen Nutzen daraus, jene reinen Seelen ausgenommen, die ihren Nutzen zogen, ohne es wahrhaben zu wollen."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.06.2017
Für Marta Kijowska gehören die drei Erzählungen des Malers und Regisseurs Ludwik Hering zum Eindrucksvollsten, was die polnische Kriegsliteratur zu bieten hat. Die der Warschauer Wirklichkeit abgeschauten Geschichten um das Ghetto und die Okkupation überzeugen die Rezensentin durch den ruhigen Blick des Malers, der ihnen Plastizität verleiht, wie Kijowska feststellt. So düster und dramatisch die Bilder in den Texten sind, so genau vermittelt der Autor mit ihnen die Realität, lobt die Rezensentin.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…