Aus dem Polnischen von Agnieszka Kara. Szmul Zygielbojm, geb. 1895, wuchs in der Armut einer großen jüdischen Familie in der Umgebung Lublins auf. Schon mit acht Jahren begann er zu arbeiten. Er wurde Politiker, ein Funktionär der jüdischen sozialistischen Partei "Bund". Sie entsandte ihn im März 1942 aus dem New Yorker Exil als jüdischen Vertreter in den Nationalrat der polnischen Exilregierung nach London. Dort erreichten ihn die Informationen aus dem polnischen Untergrund über den begonnenen Massenmord an den Juden. In den letzten Monaten seines Lebens versuchte Zygielbojm, diese Nachrichten in der freien Welt zu verbreiten sowie Öffentlichkeit und Regierende aufzurütteln.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.04.2005
Rezensent Adam Olschewski zeigt sich hocherfreut, dass mit Aleksander Rowiskis Reportageband Szmul Zygielbojm nun endlich die "schon länger fällige Gedenktafel" gesetzt wurde. Der Autor, der Archive gesichtet, Zeitzeugen befragt und mit Zygielbojms Brüdern durch die "Landschaften ihrer Kindheit" gereist ist, begibt sich in seinem aktuellen Buch auf die Suche nach einem Menschen, der wesentlich am Widerstand gegen die Nationalsozialisten beteiligt war, gegen die Gründung des Warschauer Ghettos kämpfte und dennoch zu den "Vergessenen" gehört. Rowiski hält sich in seiner Darstellung zwar nicht an die Chronologie, vermittelt dem Leser aber dennoch ein "klares Bild" Zygielbojms und anderer Personen "von Brisanz". Den "dokumentarischen Charakter" unterstützen dabei Fotografien sowie zahlreiche Fußnoten, lobt der Rezensent. Am meisten gefallen ihm jedoch die Stellen des Buches, an denen Zygielbojm selbst zu Wort kommt: Wenn er seine Flucht von Warschau nach Amsterdam und den Kampf ums Überleben schildert, spüre der Leser eine "fast unerträgliche Spannung".
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