Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Köchin, Soldat, Mädchen, Liebhaber, Fabrikant und Revuedirektor - ein ganzer Reigen von Personen bevölkert Magdalena Tullis Roman. Wir befinden uns zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Schauplatz ist die Stadt Sciegi, die sich wandelt wie der historische Hintergrund, die Ereignisse, die den Personen widerfahren. Mal Garnisonsstadt in der finsteren Kälte des Nordens, dann wieder Metropole und Hafenstadt unter blauen Sommerhimmel, am Ende ein Trümmerfeld. Sciegi ist die Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.10.2000
Rezensent Hermann Wallmann bezeichnet den Roman von Magdalena Tulli als "Traumbuch", "wie gemacht für den, der schon überall gewesen ist und alles gelesen hat". Er vergleicht ihr Schaffen mit der "poetischen Prosa" von Italo Calvino und zieht auch Parallelen zu der Arbeit von Christoph Ransmayr. Der Aufbau dieses dreiteiligen Romans scheint nach Wallmanns Beschreibungen kompliziert: An der Oberfläche erzählt Tulli die Geschichten "mit trivialromantischer Ironie und in kunstmärchenhafter Phantasie". Darunter gibt es einen Subtext, der "Verkehrsformen, Ökonomie, kulturellen Überbau" erfasst. Und schließlich unterziehe Tulli ihre Erzählung auch einer "Kritik durch Poesie". Wallmann, der in seiner Rezension ausgiebig aus dem Buch zitiert, ist jedenfalls begeistert. Für ihn ist Tullis Buch ein Stück magischer Realismus: dennoch funktioniert "fast jeder Absatz ... als ein Stück autonomer Prosa".
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