Aus dem Polnischen von Urszula Usakowska-Wolff und Manfred Wolff. Warschau zur Zeit der deutschen Besatzung: Obwohl für die geringste Hilfeleistung gegenüber Juden die Todesstrafe droht, gelingt es der jungen Polin Irena Sendler, 2500 jüdische Kinder vor dem Tod zu bewahren. Als Krankenschwester hat sie Zugang zum Warschauer Ghetto. In Säcken und Kisten, mit Schlafmitteln betäubt, durch Keller und Abwasserkanäle schleust sie die Kinder auf die andere Seite des Ghettos. Mit gefälschten Papieren gibt sie ihnen eine neue Identität und verschafft ihnen in polnischen Familien, Waisenhäusern und Klöstern ein neues Zuhause. Als die Gestapo sie fasst und foltert, gibt sie keine Namen preis und kommt selbst nur knapp mit dem Leben davon. Die genauen Daten aller geretteten Kinder versteckt sie unter einem Apfelbaum in einem Garten. Auf der Grundlage persönlicher Aufzeichnungen und Erinnerungen der mittlerweile 95jährigen Irena Sendler erzählt die Journalistin Anna Mieszkowska ihre bislang fast unbekannte Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2006
Irena Sendler ist weit weniger bekannt als Oskar Schindler, dem Steven Spielberg mit seinem Film "Schindlers Liste" ein Denkmal setzte. Dabei rettete die polnische Krankenschwester über 2500 jüdischen Kindern aus dem Warschauer Ghetto das Leben. Erfreut begrüßt Hans-Jürgen Döscher daher dieses Buch über Irena Sendler, das Anna Mieszkowska vorgelegt hat. Er berichtet knapp über die zahlreichen Rettungsaktionen, die Sendler unter Einsatz ihres Lebens durchgeführt hat. Zu den geretteten Kindern gehört auch Michal Glowinski, heute Professor am Institut für Literaturforschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Dessen Würdigung Irena Sendlers und ihrer Helferinnen als "bewundernswerte, unglaublich mutige und aufopferungsvolle Frauen" kann sich Döscher nur anschließen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.06.2006
Rezensentin Renate Wiggershaus ist beeindruckt von der Geschichte der erst kürzlich von der Öffentlichkeit wiederentdeckten Irena Sendler, die sich zur Nazizeit in Warschau für die ghettoisierte jüdische Bevölkerung einsetzte und viele Kinder rettete. Die Autorin Anna Mieszkowska hat Sendlers auf detaillierten Interviews mit der mittlerweile hochbetagten Frau und einigen der von ihr Geretteten basierende Geschichte mit Einfühlungsvermögen aufgeschrieben, lobt Wiggershaus. Das Buch zeige, dass es durchaus Möglichkeiten gab, in die Vernichtungsmaschinerie der Nazis einzugreifen, wenn man nur zu Mitleid fähig und mutig war. Deswegen ist das Buch nach Meinung der Rezensentin nicht nur interessant, sondern auch "bewegend".
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