Magnus Wieland

Schreibmaschinen

Eine Geschichte des Tippens
Cover: Schreibmaschinen
M. Wehrhahn Verlag, Hannover 2025
ISBN 9783988591296
Gebunden, 388 Seiten, 29,50 EUR

Klappentext

Die Schreibmaschine ist heute ein Fossil. Im Grunde war sie schon immer ein archaisches Gerät. Dennoch prägte sie als zentrales Schreibmedium im langen 20. Jahrhundert eine ganze Kultur. Das Tippen hinterließ seine Spuren in der Arbeitswelt, in Kunst, Literatur, Journalismus, Musik und Film ebenso wie bei Philosophen, Psychologen oder Kriminologen. Als Staatsapparat diente die Schreibmaschine den Behörden, im Untergrund entfaltete sie ihr subversives Potential. Informativ und unterhaltsam führt dieses Buch durch die Ära der Schreibmaschine als Vorgeschichte der Digitalität. Denn Tippen war Fingerarbeit und damit im Wortsinn digital (abgeleitet von lat. digitus für 'Finger'). Anhand einer Fülle verblüffender Beispiele und bislang kaum systematisch befragter Quellen wird deutlich, wie die Schreibmaschine als kreatives Medium eingesetzt und - lange vor dem Computer - als 'künstliche Intelligenz' wahrgenommen wurde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2026

Mit Interesse liest Rezensent Wolfgang Krischke dieses Buch, wenngleich er auch ein paar Lücken ausmacht. Es geht um Schreibmaschinen und um das, was sie mit dem Schreiben und dem Selbstverständnis der Schreibenden machen. So geht es bei Wieland unter anderem um den Gegensatz zwischen jenen, die Schreibmaschinen kulturpessimistisch als Untergang des echten, organischen Schreibens per Hand ablehnten - Truman Capote etwa oder, wen wundert's, Heidegger; und jenen, darunter zahlreiche Avantgardisten, die gerade das Maschinelle an der Schreibmaschine bejubelten. Zudem erfährt der Kritiker hier, dass viele der frühen schreibmaschinenartigen Geräte als Schreibhilfen für Blinde konzipiert waren. Alles in allem eine ziemlich lesenswerte Studie, meint Krischke, der sich allerding fragt, warum er bei Wieland nichts über das Schreibenlernen in der Schule, das ja nach wie vor auf die Handschrift setzt, liest. Auch über das schreibmaschinenbedingte Ende der Frakturschrift in Deutschland hätte er gerne etwas gelesen. Dennoch sind hier, so das Fazit, viele wichtige Denkanstöße zu einem vielschichtigen Thema zu holen.

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