C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406843112 Broschiert, 208 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Mit zwei Abbildungen und drei Karten. Eine unheimliche Parallelwelt: arabische Clans in Deutschland Die mächtigsten kriminellen Großfamilien in Deutschland stammen aus dem Dorf al-Rashidiya. Mahmoud Jaraba erklärt, wie es zu dieser erstaunlichen Konzentration kam und wie sich die Clans seit ihrer Einwanderung nach Deutschland in den 1980er-Jahren über drei Generationen entwickelt haben. Er beschreibt die Rolle der Frauen, beobachtet die Erschließung neuer "Geschäftsfelder" und geht dem Schicksal nicht-krimineller Familienzweige nach. Sein bahnbrechendes Buch zeigt eine Parallelgesellschaft, die sich dynamisch wandelt, aber darum nicht weniger gefährlich ist. Geldwäsche, Drogenhandel, Schießereien auf offener Straße und spektakuläre Coups wie der Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden 2019 oder der Raub einer über 100 Kilo schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum 2017 haben die Kriminalität arabisch-kurdischer Großfamilien in die Schlagzeilen gebracht. Sicherheitsbehörden und Öffentlichkeit sind seit Jahren alarmiert von parallelgesellschaftlichen Strukturen mit einem eigenen Wertesystem und einer eigenen Paralleljustiz. Wie konnte es dazu kommen? Und stimmt das verbreitete Bild von patriarchalisch durchregierten Großfamilien überhaupt? Mahmoud Jaraba forscht seit Jahren über kriminelle Clans. Seine Erkenntnisse stoßen in den Medien, in der Politik und bei Sicherheitsbehörden auf breite Resonanz. Er hat viele Akteure jahrelang begleitet und ihre Aktivitäten beobachtet. Seine tiefen Einblicke in ein unheimliches Paralleluniversum werden hier zum ersten Mal einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2026
Viel über in Deutschland aktive kriminelle Clans lernt Rezensent Reiner Burger aus diesem Buch. Mahmoud Jarabas Studie orientiert sich an den wegweisenden Arbeiten Ralph Ghadbans und denkt dessen Analysen weiter. Ghadban hatte nachgewiesen, dass viele in Deutschland gemeinhin als "kurdisch-libanesisch" beschrieben Clans ursprünglich aus der türkischen Region Mardin stammen, später im Libanon und dann in Deutschland aktiv wurden - Ländern, in denen ihnen keine beruflichen Perspektiven geboten wurden, wodurch sich traditionelle Stammesstrukturen festigten. Jaraba konzentriert sich nun stärker auf die Generation der in Deutschland geborenen Familienmitglieder und wertet zu diesem Zweck auch neue Quellen wie etwa Social Media aus. Die Bindungskraft der Clans ist seiner Darstellung zufolge im Schwinden begriffen, was jedoch nicht heißt, dass Clankriminalität kein Problem mehr ist, ganz im Gegenteil können die eher projektbezogenen, auf Sichtbarkeit und Prestige abzielenden Aktivitäten jüngerer Krimineller fast noch gefährlicher sein. Der Begriff Clankriminalität gefällt Jaraba allerdings nicht, weil er auf eigentlich bereits überkommene Strukturen verweist. Burger schließt sich dieser Position nicht an und argumentiert abschließend vielmehr, dass Jaraba in seinem starken Buch gerade zeigt, wie wirkmächtig die beschriebene Art familiärer Bindung im Bereich organisierter Kriminalität nach wie vor ist.
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