Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Eine Frau hat eine Totgeburt, und danach ist nichts mehr wie zuvor. "Dunjasad" ist die stille, intime Geschichte des langen Abschieds einer Mutter von ihrem zweiten Kind, eine Geschichte, die aus den Tagebuchaufzeichnungen der Autorin entstanden ist. Nur langsam und schwer bewältigt die Frau die Vorstellung, dass ihr Bauch "Grab ihrer Tochter" gewesen ist, eines Mädchens, das Dunjasad hätte heißen sollen, wie die Schwester Scheherasads in "Tausendundeine Nacht". Phantasien einer gegenwart, wie sie mit Dunjasad hätte sein können, durchmischen sich mit der Realität.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.08.2000
Die Klischeevorstellungen, die man von Literatur ägyptischer Autorinnen haben könnte, erfüllt diese Erzählung nicht, stellt der Rezensent Heinz Hug gleich zu Beginn fest. Nicht Gesellschaftskritik oder "kritische Darstellung von Bedingungen weiblicher Existenz in islamischen Gesellschaften" sei hier das Thema, vielmehr die Auseinandersetzung der Autorin/Erzählerin mit der Tatsache, dass ihr zweites Kind tot auf die Welt kam. Über dem sehr intimen Charakter des Erzählten sollte man, warnt der Rezensent, die sorgfältige Komposition des Textes nicht übersehen. Über bloße Therapie und ehrliche Beschreibung hinaus sei al-Tilmissani hier durchaus literarische Verdichtung gelungen.
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