Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Diese Erzählungen schuf ]ussuf Idris von Anfang der fünfziger bis Mitte der siebziger Jahre. Er wagte sich darin weit vor, inhaltlich, stilistisch, kompositorisch, sprachlich. Zunächst vom sozialistischen Realismus geprägt, richtete Jussuf Idris sein Augenmerk auf die Getretenen und Geschlagenen der ägyptischen Gesellschaft, besonders der dörflichen. Tabus kannte er hierbei kaum, weder im politisch-sozialen noch im sexuellen, noch im religiösen Bereich.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.10.2002
Stefan Weidner ist voll des Lobes: Das Buch des 1991 verstorbenen Ägypters Jussuf Idris mit Kurzgeschichten über die Gefühlswelt und Sexualität ägyptischer Jugendlichen sei auch eine bedrückende Studie über die sozialen Milieus des Landes. Dabei habe der Autor merklich eigene biografische Details einfließen lassen, was die Eindringlichkeit der Darstellung deutlich verstärkt, so Weidner. Der Rezensent sieht die Stärken des Werks vor allem in Idris' Vermögen, in kurz gefassten Texten "scheinbar nichtige Vorkommnisse" mit der Bedeutung zu belegen, die sie in Wirklichkeit für die Protagonisten haben. Das Buch enthält teilweise "kafkaeske Erzählexperimente", schreibt Weidner und findet, dass Idris' "überragende Kunst" trotz manchmal etwas "gekünstelt" wirkender Pointen "keinen internationalen Maßstab zu scheuen braucht".
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