Auf Eliten wird Europa auch in Zukunft nicht verzichten können, so sehr sie in Deutschland auch in Verruf gekommen sind. In einem Essay untersucht Malte Herwig, der jahrelang in Harvard und dann in Oxford lehrte, warum der Begriff Elite gerade in Deutschland die Gemüter erhitzt und plädiert für einen neuen Umgang mit den Eliten, denen Europa von jeher seine Bedeutung verdankt hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2005
Malte Herwigs Buch über die angebliche Notwendigkeit von "Eliten in einer egalitären Welt" kann Rezensent Eberhard Straub nicht so ganz ernst nehmen. Entsprechend süffisant fällt seine Besprechung aus. In weiten Teilen parodiert er die Diktion des Buchs. Das klingt dann so: "Wir alle können, sofern wir unser Bestes geben, zur Elite aufsteigen. Unser Allerbestes können wir aber nur geben, wenn wir Eliteuniversitäten haben, die in Elitestudiengängen auf Tätigkeitsfelder für Eliten vorbereiten." Straub weist ironisch auf die Fähigkeit des Autors hin, Binsenweisheiten und Alltagssprüche als "schwer errungene Erkenntnisse" zu präsentieren, wenn auch in "flotter und griffiger" Form. Dass hier auf die unklaren Vorstellungen von Eliten in der Soziologe nicht allzu sehr eingegangen wird, verwundert ihn nicht weiter. Dafür vermutet Straub, dass man Herwig bald in sämtlichen Gesprächsrunden als "wertbewussten Orientierungshelfer" zu Gesicht bekommt.
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