In seinem neuen Buch beschreibt Jürgen Roth den skrupellosen Machtmissbrauch einer gesellschaftlich destruktiven Elite: Politiker, die für Parteispenden ihr Veto bei den Strafverfolgungsbehörden einlegen. Wirtschaftsbosse mit schwarzen Kassen und ausgeklügelten System der Geldwäsche wie in Hessen. Unternehmer in Sachsen-Anhalt, die von staatlichen Stellen in den Ruin getrieben werden. Kriminalisten in Baden-Württemberg, die nicht mehr gegen politische Entscheidungsträger ermitteln dürfen. Bürger, die wegen ihrer Aufmüpfigkeit zwangspsychiatrisiert werden wie in Bayern. Roths Buch bietet eine explosive Mischung aus bislang unbekannten Fällen kriminellen und unethischen Handelns der sogenannten deutschen Elite. Neben Namen aus Politik und Wirtschaft bietet es eine gesellschaftliche Analyse.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.10.2013
Die von Jürgen Roth erkundeten "Spinnennetze der Macht!" lösen bei Rezensent Jörg Hafkemeyer durchaus Bestürzung aus, obwohl er dem Buch nicht unbedingt sprachliche Brillanz attestiert. Er schätzt den Autor, der zuvor über den Gazprom-Konzern puiblizierte, für die Insistenz, mit der er die "Kulissen von Wirtschaft und Politik" untersucht. Dabei fördert er laut Rezensent gravierende Missstände - nämliche eine viel zu weitgehende Verflechtung - zutage. Leider belegt Hafkemeyer dies nur mit einem Beispiel: einem nicht genannten "Paten", der angeblich über den Oberbürgermeister hinweg die Geschicke der Stadt Rostock beeinflusst. Dass das Geflecht von Wirtschaft und Politik zerstöre, wie es der Untertitel des Buchs suggeriert, scheint Roth zwar übertrieben, aber bedenklich wurde ihm durchaus zumute.
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