Eine Geschichte der europäischen Theaterkultur von 500 v. Chr. bis ins Jahr 2000: der Schauspielgattungen, Bühnenästhetik, Theaterarchitektur, Sozialgeschichte des Theaters. Mit fast 3.000 zum Teil farbigen Szenenfotos, Stichen, Bühnenbild- und Kostümentwürfen. Liebe und Hass, Treue und Verrat, glänzende Heldentaten und abgründige Verbrechen: das zieht auf der Bühne die Menschen in den Bann. Das Theater hält dem Zuschauer einen Spiegel vor, offenbart Leidenschaften und Abgründe der Seele, macht die Rätselhaftigkeit, Fragwürdigkeit, Komik und Gefährdung der menschlichen Existenz sichtbar. Im Spielen und Zuschauen begegnet der Mensch seinen eigenen Wünschen - die Bühne wird zum Ort menschlicher Selbsterfahrung. Manfred Brauneck vermittelt die Faszination, die von den Anfängen bis heute vom Theater ausgeht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2008
Als legitimen Nachfolger des bis dahin verbindlichen Kindler-Lexikons begrüßt Rezensent Andreas Tobler dieses sechsbändige Opus-Magnum, das den Theaterinteressierten nun auch durch die Nachkriegszeit in die Gegenwart führen würde. "Schlag nach bei Brauneck!" ruft Tobler also begeistert aus und feiert diese Theatergeschichte für ihre ebenso umfassende wie akribischen Informationen zu Theaterschaffen, Bühnenbau und Dramatik einer Epoche oder eines Landes durch die Kulturgeschichte. Die Edition sei nach Ländern geordnet und verschaffe Einblicke in die Entwicklung von Bühnendekorationen und den Theaterbau in der Renaissance ebenso wie zu Tendenzen im Schauspielrepertoire des 18. und 19. Jahrhunderts. Auch was in den letzten hundert Jahren auf Europas Bühnen losgewesen sei, könne man hier erfahren. Begeisterung löst beim Rezensenten auch die Illustrierung mit annähernd dreitausend Abbildungen aus.
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