Herausgegeben von Steven R. Centola. Aus dem Amerikanischen von Ulrich Blumenbach. "Widerhall der Zeit" - der Titel spielt an auf Millers bekanntes Stück "Hexenjagd" - versammelt mehr als vierzig seiner Essays zu Politik, Kultur- und Theatergeschichte, Reportagen und Erinnerungsbildern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2003
Bekanntermaßen gibt es keine bissigeren Kritiker an den Vereinigten Staaten als die Amerikaner selbst, schreibt der Rezensent Werner von Koppenfels, und Arthur Miller ist ganz sicher einer von ihnen. In den vorliegenden gesammelten Essays, in denen sich Miller in seiner Eigenschaft als Zeitzeuge zeigt, findet sich die schon aus der Autobiografie bekannte Offenheit Millers wieder, allerdings fernab von jeglicher Indiskretion, wie der Rezensent bemerkt. Millers "sachlicher Reporterton" steigere sich sogar zeitweise ins Satirische, in eine "höhere Form des Realismus", die den Rezensenten an Swift erinnert. Auch das Theater nehme einen großen Stellenwert in den Essays ein, sei es in der Polemik gegen die zunehmende "Kommerzialisierung" des amerikanischen Theaters oder in der Beobachtung politischer Rhetorik und Theatralität. Leider verdecke die vom Herausgeber stammende chronologische Anordnung der Essays die Wichtigkeit des Theaters eher, als dass sie sie erleuchte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.05.2003
Volker Breidecker hat das "alte Amerika" vermisst und ist ihm in Arthur Millers gesammelten Essays aus sechs Jahrzehnten wieder begegnet - gemeint ist das Amerika des patriotischen Dissidenten. Arthur Millers Stimme habe weder Verve noch Relevanz verloren, weshalb mit diesem Buch gleichsam "eine ganze Epoche nochmals von innen besichtigt" werden könne. Jeder der Essays weist nämlich, so Breidecker bewundernd, zugleich weit über seinen Anlass hinaus auf den Lauf der Dinge in Amerika und der Welt. Miller, einem Dramatiker gemäß, erfasse die Zeitläufte "parabolisch" und könne so beispielsweise das Thema der Hexenjagd von Salem an anderen Orten, zu anderen Zeiten, wieder finden. Breideckers Fazit: das Buch eines "großen Moralisten" und klugen Lehrers.
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