Kann eine Rechtsordnung, die Staaten dazu zwingt, dem Völkermord in anderen Staaten tatenlos zuzusehen, eine gerechte Rechtsordnung sein? Nicht erst seit die NATO zum Schutze der Albaner im Kosovo zu den Waffen griff, wird die Frage der Zulässigkeit solcher "Humanitären Interventionen" kontrovers diskutiert. Dabei steht auch die Frage nach der Gerechtigkeit des Völkerrechts immer aufs Neue auf dem Prüfstand, scheinen Moral und Recht hier doch auseinander zu fallen. In dieser Geschichte der Entwicklung der Rechtsfigur der "Humanitären Intervention" wird die Entwicklung der Staatenpraxis zwischen 1822 und 1945 ebenso präzise nachgezeichnet, wie die begleitende Diskussion in der völkerrechtlichen Literatur. Hierbei wird aufgezeigt, dass die zeitgenössische Rezeption der Staatenpraxis Parallelen im Umgang des Völkerrechts der Gegenwart mit der Vergangenheit hat. Neue Fragen nach Kontinuitäten und kaum überwundenen Traditionen werden dadurch aufgeworfen. Die Vergangenheit des Völkerrechts erweist sich dabei als Bestandteil seiner Gegenwart, ein unerledigtes Kapitel, das noch nicht abgeschlossen ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2009
Gelungen scheint Rezensentin Alexandra Kemmerer diese Geschichte der "Humanitären Intervention", die Mark Swatek-Evenstein vorgelegt hat. Deutlich wird für sie das "beständige Changieren" des Völkerrechts und der Völkerrechtswissenschaft zwischen "Apologie" und "Utopie". Dabei zeige der Autor auch, dass Souveränität und Intervention für das klassische Völkerrecht keine "unvereinbaren Gegensätze" waren. Generell bescheinigt sie Swatek-Evenstein eher eine skeptische Sicht.
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