Marcus Maurer, Carsten Reinemann

Schröder gegen Stoiber

Nutzung, Wahrnehmung und Wirkung der TV-Duelle
Cover: Schröder gegen Stoiber
Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2003
ISBN 9783531140193
Kartoniert, 239 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Die Flut, der Irak-Konflikt, die TV-Duelle. Dies sind nach Ansicht vieler Beobachter die wesentlichen Ursachen für den Stimmungsumschwung in der Endphase des Bundestagswahlkampfs 2002. Doch waren die TV-Duelle wirklich so entscheidend? Haben sie tatsächlich so viele Wähler beeinflusst? Dieser Frage widmet sich der vorliegende Band. Die Autoren stützen sich dabei vor allem auf eine in ihrer Art einmalige Studie: Sie ließen 75 Wahlberechtigte das zweite TV-Duell auf einer Großbildleinwand verfolgen und ermittelten sekundengenau, wie diese die Kandidaten wahrnahmen und beurteilten. Zusätzlich wurden die Teilnehmer vor der Debatte, unmittelbar nach der Debatte und nochmals fünf Tage nach der Debatte befragt. So können die Wirkungen der Debatte und auch der Nachberichterstattung in den Medien genau nachvollzogen werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.02.2004

Unter der Rubrik "kurz und knapp" empfiehlt Tanyev Schultz diesen Band, der das Fernseh-Duell zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber aus dem Wahlkampf 2002 auf Wahrnehmung und Wirkung hin zu analysieren versucht. Die beiden Kommunikationswissenschaftler Marcus Maurer und Carsten Reinemann befragten dafür 75 Zuschauer vor, während und nach der Übertragung. Mit den Ergebnissen dieser Untersuchung scheint der Rezensent weitestgehend zufrieden, wobei man nicht genau weiß, ob es sich um seine eigene Anschauung oder die der Autoren handelt, etwa wenn es heißt, dass Schröder vor allem dank seiner Fähigkeit "punkten" konnte, "emotional verpackte Allgemeinplätze vorzutragen, denen nahezu jeder zustimmen konnte". Nichts einzuwenden hat der Rezensent gegen die eher ungewöhnliche Forderung der beiden Autoren, dass Journalisten künftig, wie der Rezensent schreibt, eine "größere Enthaltsamkeit in der Berichterstattung" üben sollten, "um die Zuschauer zunächst ihre eigenen Eindrücke verarbeiten zu lassen".

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