Jörg Becker

Elisabeth Noelle-Neumann

Demoskopin zwischen NS-Ideologie und Konservatismus
Cover: Elisabeth Noelle-Neumann
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2013
ISBN 9783506776143
Gebunden, 369 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Auf Wunsch des Verlags haben wir den Klappentext entfernt, da das Buch nicht mehr vom Verlag vertrieben wird. (D.Red.)

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2013

Keine Rezension, eine Polemik schreibt Michael Wolffsohn. Eine Breitseite gegen den Autor Jörg Becker, von dem er sich als Autor der FAZ geradezu persönlich angegriffen zu fühlen scheint. Schließlich, so schimpft Wolffsohn, schmeißt Becker das Objekt seiner "eifernden Abrechnung", Elisabeth Noelle-Neumann, zusammen mit Gerhard Löwenthal und der FAZ, die seinerzeit den Löwenthal-Preis an die Demoskopin verlieh, in einen Topf. Die Sauce darin ist braun, meint Wolffsohn, der Beckers Buch als gefühlsbeladen und begrifflich unscharf verdammt und akribisch nur darin, Zitate Noelle-Neumanns aus der nationalistischen Zeit zu sammeln und zu zitieren. Dass Noelle-Neumanns "NS-Wort" nie "NS-Tat" waren, weiß der Rezensent jedoch ganz genau. Das Buch findet Wolffsohn "unhistorisch" und "absurd". Am Ende legt er es verärgert beiseite, peinlich berührt nicht von Noelle-Neumann, sondern von ihrem Biografen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.06.2013

Aufrichtige Empörung über Mitläufer im Dritten Reich in allen Ehren, aber Jörg Beckers Umgang mit Elisabeth Noelle-Neumann, der Begründerin des lange einflussreichen Allensbach-Instituts geht entschieden zu weit und kommt obendrein noch zu spät, findet Frank Stauss. Die meisten Vorwürfe, die Becker an Noelle-Neumann richtet, sind inzwischen längst bekannt, erklärt der Rezensent, die anderen bauscht der Autor unnötig und oft gar manipulativ auf. Ja, Noelle-Neumann war eine "streitbare, stramm konservative Networkerin" mit zweifelhaften politischen Ansichten. Interesse hätten aber weniger ihre persönlichen Verfehlung verdient, als die gesellschaftlichen Auswirkungen des von ihr begründeten Instituts. Da gäbe es vielleicht sogar noch Neues zu Tage zu fördern, vermutet Stauss.

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