Führt Personalisierung zum Wahlerfolg? Orientieren sich Wähler bei ihrer Stimmabgabe zunehmend an Spitzenkandidaten? Anhand welcher Eigenschaften beurteilen sie Spitzenpolitiker? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer empirischen Untersuchung zu Personalisierung in Deutschland, Großbritannien und den USA zwischen 1960 und 2000.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2003
Offensichtlich mit Gewinn hat Rezensent Tilman Mayer die nun vorliegende Untersuchung über "Spitzenkandidaten und Wahlerfolg" von Frank Brettschneider gelesen. Schließlich weiß er nun, dass Spitzenkandidaten die Trends etwas verbessern oder etwas abschwächen können. Allerdings zeige Brettschneider auch, dass die Parteien nicht unterschätzt werden dürfen. Ihrer soliden Arbeit am Image komme nach wie vor erhebliche Bedeutung zu, schreibt Mayer, denn die Inszenierung von kurzfristigem Wahltheater wirke nur begrenzt. Wie Mayer weiter berichtet, sind Leadership (Führungsstärke, Tatkraft, Entscheidungsfreude) und Integrität (Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein) des Spitzenkandidaten von enormer Bedeutung; auch persönliche Eigenschaften spielen eine Rolle. Für Brettschneider, referiert Mayer, ist das Wählerverhalten nicht, wie oft vermutet, personalisiert in dem Sinne, "dass unpolitische Persönlichkeitsmerkmale wie Aussehen, Charme und Ausstrahlung allein und für sich genommen eine herausragende Rolle spielen". Die Entscheidung der Wähler sei durchaus politisch.
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