Leah ist erst seit zwei Wochen Witwe, als sie Lars kennenlernt. Der junge Lehrer verliebt sich in die geheimnisvolle kleine Frau, die ihren Mann vor der Haustür unglücklich mit dem Auto überrollt hat. Lars zieht zu Leah, wird bald der Herr in ihrem Haus am Meer. Er gibt ihr Halt, sie folgt ihm willig. Aber was ist das für eine merkwürdige Liebe? Leah ist anschmiegsam, gibt jedoch kaum etwas von sich preis. Sie ist verschlossen, schwach und lebt so ganz in ihrer eigenen Welt, zu der Lars keinen Zugang findet. Darauf reagiert er zunehmend aggressiv. Zudem vergällt ihm die Exfrau die Besuche bei seiner Tochter, und seine Schüler tanzen ihm auf der Nase herum.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.06.2004
Im Großen und Ganzen ist Martin Krumbholz einverstanden mit dem Romandebüt von Mareike Krügel, "Die Witwe, der Lehrer, das Meer". Zwar merke man dem Text an, dass seine Autorin am Leipziger Literaturinstitut studiert hat, denn seine formale Gelungenheit strahle etwas "Schulmäßiges" aus, und auch von einer gewissen "Bravheit" könne der Ton sich nicht frei machen. Jedoch seien die Motive des "kleinen" Romans "geschickt miteinander verwoben", "die Sprache ist einfach, schlicht, unprätentiös, aber präzise." Erzählt werde die problematische, von verschiedenen vermuteten dunklen Geheimnissen belastete Beziehung zwischen dem Lehrer Lars und der Regisseurswitwe Leah. Schauplatz ist die "Hafenstadt Kiel", und so kommt das Meer in den Titel.
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