Marek Aleksander Cichocki

Nord und Süd

Texte über die polnische Geschichtskultur
Cover: Nord und Süd
Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2020
ISBN 9783447115162
Kartoniert, 298 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen Hans Gregor Njemz. In sechs historischen Essays spürt Marek A. Cichocki Polens Selbstverständnis in Europa nach. Dabei stellt er die traditionelle Einordnung des Landes in ein Ost-West-Schema in Frage: Der Osten hat sich für Polen oft als eine zerstörerische Verheißung erwiesen, der Westen hingegen, und insbesondere Deutschland, wollte Polen nach seinen eigenen Vorstellungen ummodeln. Doch ist es im Grunde der Süden, der Polen in fruchtbarem Konflikt mit römischen und italienischen Vorbildern mannigfach geprägt und von einem Land der Barbaren zu einem Kernland der europäischen Kultur gemacht hat. Cichockis Buch lässt verständlich werden, warum viele konservative Intellektuelle in Polen mit den Traditionen des liberalen Westens hadern, die das Land in den letzten Jahrzehnten in ihre Entwicklungslogiken gezogen haben. Ob vielleicht immer noch gilt, was Julian Klaczko 1849 im deutschen Original schrieb? "Polen muss das Correctiv des kosmopolitischen Fortschritts in dem nationalen Konservatismus des Slawenthums werden"

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2021

Rezensentin Sofia Dreisbach entgeht nicht, dass der Politikwissenschaftler Marek Cichocki mit seinem Buch auf der Linie der aktuellen antieuropäischen Politik Polens liegt, wenn er Polens Stellung in der Welt erläutert und Polen zum legitimen Erbe der christlich-römischen Spätantike erklärt. Die sechs Essays, in denen der Autor bis in die Antike zurückschaut, um vor allem die Trennlinien zwischen Polen und Europa aufzuzeigen, scheinen Dreisbach anschaulich und detailreich.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 04.01.2021

Rezensent Martin Sander empfiehlt das Buch des polnischen Geschichtsphilosophen Marek Cichocki für ein besseres Verständnis des nationalkonservativen Denkens in Polen und seiner Traditionslinien. Auch wenn der Autor laut Sander dezent bildungsbürgerlich vorgeht, wenn er nach der Verkörperung Europas fragt und Polen, etwa in Gestalt Johannes Paul II. oder Jan Zamojskis, als idealen Kandidaten empfiehlt, kann Sander die nationalkonservative, grundsätzlich europafeindliche Agenda des Autors klar erkennen.
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