Aus dem Englischen von Maria Sander. Als Norman Crowne, ein erfolgreicher Schriftsteller, des Mordes angeklagt wird, sind seine Kinder noch zu klein, um die Katastrophe zu begreifen: Im England des 19. Jahrhunderts ruiniert ihn ein solcher Verdacht. Die Zwillinge Emily und William haben ihre Mutter früh verloren, bald nach seinem Freispruch stirbt auch Crowne vereinsamt in Südamerika, und die Geschwister bleiben als Waisen zurück. Mit gutmütigem Wesen, Schönheit und einem beachtlichen Vermögen gesegnet, wachsen Emily und William unbekümmert bei ihrer Tante und deren Kindern auf. Doch ihrem Namen haftet etwas Skandalöses an, sie stehen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses - wie Seifenblasen, deren Zerplatzen man fasziniert erwartet. Und auch zwischen den Cousinen und Cousins kommt es zu Spannungen und Eifersüchteleien. Die Crownes müssen feststellen: Der zweifelhafte Ruhm ihres Vaters begleitet sie bis ins Erwachsenenleben - mit verheerenden Folgen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.07.2025
Schon fast hundert Jahre alt ist dieser Roman von Margaret Kennedy, erinnert die Rezensentin Manuela Reichart, und trotzdem hochaktuell: Wir lernen ein ganzes Figurenarsenal kennen, das die unterschiedlichsten Ambitionen und Probleme hat, etwa ein Zwillingspaar, bei dem das Mädchen eine unglückliche Ehe eingeht und ihr erfolgloser Bruder versucht, im Haus des Onkels eine Kommune aufzubauen. Das ist komisch und hellsichtig zugleich, hält Reichart fest, Kennedys besondere Aufmerksamkeit gilt den ungerechten Geschlechterverhältnissen, die weder Liebe noch Geld aus der Welt schaffen können - nur das schlechte englische Wetter wirkt "beruhigend auf Seelen und Zustände", resümiert die Kritikerin diesen Roman über scheiternde Lebensentwürfe und Träume.
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