Ann Quin

Passagen

Cover: Passagen
März Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783755000082
Gebunden, 132 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Elisabeth Fetscher. Herausgegeben von Barbara Kalender. Eine Frau ist auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder, der vielleicht gefoltert, eingesperrt oder gar getötet wurde. Sie ist in Begleitung ihres Liebhabers, der zugleich ihr männliches Spiegelbild ist. Stets auf der Suche nach sich selbst, immer in Bewegung, führen sie ihre ganz verschiedenen und doch ineinander verflochtenen Existenzen, stürzen sich auf nutzlose Hoffnungen, zögern aufzugeben, fürchten sich vor dem Ende.Ann Quins erfindungsreiche Verwendung von Wörtern besitzt eine fast musikalische Qualität, die in Verbindung mit der außergewöhnlichen Intensität ihres Erzählstils einen Roman hervorgebracht hat, der so bestechend wie schön ist. Zwischen erzählenden Teilen und Tagebuch wechselnd ist Quins dritter Roman zugleich erotisch und doch furchteinflößend, ja gilt gar als ihr betörendstes, poetischstes und geheimnisvollstes Werk. Ihre literarische Freiheit bahnte einen Weg, dem Autor:innen wie Eimear McBride, Chris Kraus und Anna Burns noch heute folgen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 23.12.2022

Ann Quins nun neuaufgelegte "Passagen" zu lesen ist, so Rezensentin Shirin Sojitrawalla, wie eine Autofahrt im Winter mit unsauber frei gekratzter Frontscheibe. Einige mögen eine solche Fahrt als irritierend, ja gefährlich empfinden. Immer wieder fällt man als Leserin in schmerzliche, albtraumhafte Gewaltszenen mit verwischten Konturen und Kontexten. Immer wieder verliert man die Spur - den erzählerischen Faden, um ihn dann nach einigem Herumirren doch wieder zu finden. Vor einem erscheinen im Dunst undeutliche Figuren und Topoi aus der griechischen Mythologie, die einem den oder zumindest einen Weg durch die winterliche Textwelt zu weisen scheinen, doch Verlass ist auch auf sie nicht - wie überhaupt auf weniges in diesem Text, indem, so viel kann Sojitrawalla doch zur Handlung sagen, eine Frau gemeinsam mit einem Mann auf die Suche nach ihrem Bruder geht. " Verwirrend" kann man das finden, oder wie die Rezensentin "anspruchsvoll". Leichter fiele ihr diese Einschätzung allerdings mit einer ausführlichen Kontextualisierung dieses bereits 1969 erschienenen Textes. Und auch eine Neuübersetzung hätte zur Einordnung und zum Verständnis beitragen können, so die Kritik der Rezensentin.

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