Aus dem Italienischen von Anne Brans. Der 14-jährige Andrea lebt zurückgezogen in seiner eigenen Welt, seit er seinen besten Freund bei einem Tauchunglück verloren hat. Ohne Alessandro fehlt ihm der "Kapitän", der immer wusste, was zu tun war. Erst durch eine Reise in die Erinnerung gelingt es Andrea, den Verlust zu überwinden. Sieben Jahre nach dem Unglück begibt er sich noch einmal zu der Höhle, in der Alessandro sein Leben ließ, und wagt dort selbst den gefährlichen Tauchgang. Aus dem "Ersten Offizier" ist ein eigenständiger "Kapitän" geworden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.11.2002
Ein Trauma überschattet das Leben des jungen Andrea, der bei einer spielerischen Expedition in eine Grotte seinen Bruder verlor und seither die Erinnerung an die Zeit vor dem Unglück verschlossen hält. Ein Zufall ruft die Erinnerungen wach. Sie beschreiben aus unserer - westeuoropäischen Sicht - "eine unglaubliche Kindheit", meint Fritz Göttler, die bis zu dem Unglück völlig unbeschwert aber ebenso "unbehütet" verlief, was große Freiheiten aber eben auch Gefahren barg. Mit dieser Ambivalenz geht es weiter, so Göttler, die Welt des Jungen kenne viel Gemeinschaft und Gemeinsamkeiten, aber ebenso gebe es auch einen Kokon von Einsamkeit, in den diese jungen Menschen eingesponnen seien. Dazu passt, was Göttler als "tangentiales" Erzählen der italienischen Autorin bezeichnet: Margarita d'Amico lasse vieles in der Schwebe, erklärt Göttler. Als Kind habe man auch nicht immer gewusst, was bestimmte Sätze oder Erlebnisse zu bedeuten hatten, warum bestimmte Impulse über einen kamen, wie der eigene Entscheidungsprozess eigentlich abläuft und woraus letztlich die Handlungsfreiheit besteht, die Andrea, soweit möglich, am Ende wiedererringt.
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