Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Johann Sonnleitner. Mit ihrem fulminanten ersten Roman "Die Vergiftung" gelingt Maria Lazar als gerademal Zwanzigjähriger eine der gnadenlosesten Abrechnungen mit der bürgerlichen Lebenswelt in Osterreich vor Beginn des Ersten Weltkriegs, und damit einer der überzeugendsten weiblichen Beiträge zum literarischen Expressionismus
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2015
Maria Lazars Roman "Die Vergiftung" war beinahe hundert Jahre in der Versenkung verschwunden, ehe der Wiener DVB-Verlag sich anschickte, es zu bergen, berichtet Sandra Kerschbaumer. Für Literaturwissenschaftler, die sich mit Kanonisierungs- und Exklusionsprozessen beschäftigen, dürfte Lazars Biografie und das Schicksal ihres Buches ein schöner Gegenstand sein, ebenso für die Forschung zu "Positionen und Identitätskonflikten jüdischstämmiger Autorinnen", vermutet die Rezensentin, für heutige Leser bleibt die Geschichte einer jungen Frau, die an ihrer Familie und der Gesellschaft leidet, allerdings zu schematisch und klischeebewehrt, bedauert Kerschbaumer.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.03.2015
Franz Haas spürt die Herz- und Seelensäfte brodeln in diesem vergessenen, nun wieder aufgelegten Roman der Wienerin Maria Lazar. Die Autorin stellt er sich beim Lesen als zornige junge Frau vor, die böse und im hämmernden Rhythmus des Expressionismus den Kampf der Klassen und Generationen und die Verlogenheit des Geld-Adels beschreibt. Dass Lazar in ihrem Roman den Topos des Vater-Sohn-Konflikt einfach als weibliche Variante erzählt und sich vermittels ihrer Erzählerin auch sonst bürgerlichen Gepflogenheiten verweigert, macht das Buch für Haas zu einem verblüffenden Zeitzeugnis, das es zu entdecken gilt, wie er findet.
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