"Mein Unglück ist, daß ich noch lebe... von einem Heere von 48.000 Mann hab ich jetzt, wo ich dies schreibe, keine 3000." Als Friedrich der Große dies am 11. August 1759 notiert, liegt die furchtbare Schlacht bei Kunersdorf hinter ihm. Das Grauen dieses einzigen Tages steht emblematisch für einen Weltkrieg des 18. Jahrhunderts, dessen Ereignisse zwischen 1756 und 1763 ganz Europa, aber ebenso die überseeischen Imperien Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens oder die Indianerstämme Nordamerikas in Mitleidenschaft zogen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2020
Rezensent Stephan Speicher ist zwiegespalten angesichts von Marian Füssels Darstellung des Siebenjährigen Krieges. Einerseits gelingt es dem Autor laut Speicher, ganz nah an die Wirklichkeit des Krieges heranzuzoomen, Zeugnisse von Beteiligten, hoch und niedrig, einzubeziehen und ein breites, anschauliches Bild zu malen. Andererseits hat solche Mikrohistorie auch ihren Preis, meint Speicher. Die Genauigkeit bei der Schlachtenschilderung und der taktischen Abläufe geht laut Rezensent auf Kosten strategischer Fragen und der "Politik der Mächte". Daraus wieder resultieren für Speicher leicht gehetzt wirkende Ortswechsel im Text.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…