Von dreien, die auszogen, das Fürchten zu verlernen: Mariana Lekys erster Roman erzählt von Freundschaft und Angst - ein Erste-Hilfe-Kasten für die Tücken des ganz alltäglichen Lebens. Ihre zaghaften Helden halten zusammen, weil sie sich anders nicht zu helfen wissen. Das Leben stürzt auf sie ein - aufregend, unvorhersehbar, verwirrend. Die Erzählerin jobbt in einem Kleintierladen. Sie wohnt bei Sylvester, einem Frauenschwarm, der viel damit zu tun hat, sich vor seinen Verehrerinnen verleugnen zu lassen. Bei den beiden klopft eines Abends Matilda an, um zusammen mit dem größten Hund der Welt Unterschlupf zu suchen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2004
"Dezidiert uncool" sind die Figuren in Mariana Lekys Debütroman, und genau das gefällt Rezensentin Jutta Person. Leky erzählt in ihrem Buch von einer Studenten-WG und deren Ähnlichkeiten mit antriebsarmen Goldhamstern und Zierfischen. Sämtliche Protagonisten sind von Ängsten gebeutelt, scheuen aber den Schritt in die "ordentliche Paranoia", um stattdessen ihren "Niedlichkeitskosmos" zu Hause oder im Kleintierhandel zu pflegen. Die "Stärke" des Romans liegt dabei weniger in der erzählten Handlung, als vielmehr in den "sprachlichen Details", findet die Rezensentin. Gelungene "Feinanalysen" und der immer wiederkehrende Schwenk von der tierischen in die menschliche Welt seien "motivische Kniffe" dieses Generationenromans. Allerdings fehle nicht nur den Figuren "ein bisschen Pepp". Stellenweise könnte auch Lekys Buch ein wenig mehr davon vertragen.
Rezensent Sebastian Domsch ist sichtlich genervt von diesem Buch, das für ihn die Verkörperung von "Noch-nach-Hause-Geher"-Literatur Ist. Die stammt seiner Definition nach von Leuten, die nichts erleben, dieses Nicht-Erleben dann aber auch noch fleißig reflektieren. Das löst - auch wenn er die Autorin erzählerisch talentiert findet - ein paar Aggressionen beim Rezensenten aus: "So möchte man ihnen einfach mal ordentlich in den Hintern treten, damit etwas vorwärts geht, mit ihrem Leben, ihrer Geschichte".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…