Was macht die digitale Welt mit unseren Köpfen?Neun Jugendliche an der Grenze zwischen Realität und Virtualität, Beschleunigung und Verlangsamung: Erik, Stanko, Emily, Bea, Lenny, Annika, Nina, Li und Henk taumeln und rasen in Richtung Erwachsensein. Sie sind Hochbegabte und Schwänzer, Suizidgefährdete und Magersüchtige, Aktivisten und Computernerds, Selbstdarsteller und Unsichtbare, deren Wirklichkeit mit den digitalen Möglichkeiten verschwimmt. Neun Gefangene ihrer eigenen Welten, für die es nur wenige Momente von Freundschaft und Wahrhaftigkeit zu geben scheint.Was als Kranz isolierter Perspektiven beginnt, verwandelt sich zu einem fein verästelten Gesamtgebilde, in dem alles auf überraschende Weise miteinander interagiert und sich allmählich zu einem gemeinsamen Schicksal verdichtet: zu einer Reise an die Ränder der digitalen Welt, aus der kein Klick zurückführt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2017
Fridtjof Küchemann empfiehlt zumindest den ersten Teil des neuen Romans von John von Düffel. Hier, so der Rezensent, haben die Sätze des Autors bühnentaugliche Wucht, zeigt Düffel Gespür für seine Figuren und ihr Sprechen. Später fällt Küchemann dann Düffels Hang zur Theatralik etwas unangenehm auf, wirkt vieles auf ihn aufgesetzt und moralisch überzuckert. Die Geschichte um neun Jugendliche aus derselben Klasse, erzählt in Mails und Monologen, wartet laut Küchemann mit allerhand Täuschungen und Kippmomenten auf. Spannung ergibt sich oft aus der Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung einer Figur, erklärt er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.06.2017
Rezensent Christoph Schröder erfährt im neuen Roman von John von Düffel, wie es in den Zwischenräumen zwischen erwachsenem und jugendlichem Bewusstsein aussieht. Schröder stößt auf jede Menge Sehnsucht und beunruhigende Erkenntnisse. Aber der Autor stellt seine Figuren nicht aus, bemerkt der Rezensent beruhigt. Er findet sogar je den richtigen, empathischen Ton für die Ökoaktivistin, die Übergewichtige und den Computernerd und ihre Erwartungen und Enttäuschungen. Wie er zudem die Einzelerzählungen zusammen montiert, scheint Schröder elegant.
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