Allegorisierend und alliterierend, lapidar und artifiziell ist der Ton der Verse im vorliegenden Gedichtband. Stets getragen von großer Musikalität, schaffen die Gedichte Marie-Therese Kerschbaumers höchst anschauliche Bilder -und ikonografische Gedanken-Welten über Liebe und Tod, über Natur und Mensch-SEIN.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2006
In der vorliegenden Gedichtsammlung "Wasser und Wind" vereinen sich sämtliche traditionellen Strömungen, von der Minnelyrik über Petrarca bis zu H.C. Artmann zu einer fließenden, elegischen Naturlyrik, die es verstehe, auf den Klaviaturen ihrer Vorbilder zu spielen ohne die Unterschiede zu verwischen, schwärmt Jandl. Marie-Therese Kerschbaumer, die ihr Schreiben der "großen Metapher" vom Wasser gewidmet hat, kam kurz vor Kriegsende nach Tirol und studierte später bei dem bekannten Linguisten Roman Jakobson. In ihren zum Teil autobiografischen Werken gehe es immer wieder um den "transatlantischen Wechsel" von Utopie und Enttäuschung, notiert Jandl, denn auch in der Poesie bleibe die Autorin politisch.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Ulf Poschardt: Bückbürgertum Gefährlicher als die Shitbürger sind die Bückbürger. Jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, Kanzlerinnen und Kanzler die - wider…