Oft und gerne gehört, selten untersucht - in diesem Buch geht es um Musikvorlieben, die einem selbst peinlich sind: Kitsch, Camp, Trash. Jenseits des guten Geschmacks tun sich Abgründe auf, in die dieser Sammelband gerne hineinblickt. Ziel ist es, bisher in der Forschung unterrepräsentierte, aber gesellschaftlich breit konsumierte Formen von Musik zu beleuchten und mithilfe verschiedener methodischer Zugänge auch die Frage nach den Gründen für eine negative Bewertung dieser Musikarten herauszufinden. Die Beiträge stammen hauptsächlich aus den Bereichen Musiksoziologie, Popularmusikforschung und der historischen Musikwissenschaft.
Rezensentin Julia Lorenz möchte die Entscheidung über Erkenntniswert und Relevanz einer Tiefenuntersuchung von scheinbar Oberflächlichem den Leserinnen selbst überlassen. Und doch scheinen ihr einige Einsichten aus den Essays, die sich genau dieser Tiefenuntersuchung verschrieben haben, erwähnenswert - unabhängig vom individuellen Interesse: Dass das, was wir als Trash, als Guilty Pleasure bezeichnen, äußerst politisch ist zum Beispiel, da es Geschmackshegemonien aufdeckt und damit auch außerhalb der Musik wirksame Machtstrukturen deutlich macht. Der von Marina Schwarz herausgegebene Band folgt, indem er derartige Erkenntnisse über das Populäre formuliert, einer allgemeinen Tendenz: Dem steigenden Interesse an der immer weniger ironischen Liebe zum vermeintlichen Trash. Dieses Interesse, das nun endlich auch die Wissenschaft erreicht, könne man, so Lorenz als eine "Demokratisierung" betrachten und sich darüber freuen. Denn in der Geringschätzung von vermeintlich simpler Unterhaltung liegt immer auch eine Abwertung jener, die sich damit abgeben. Andererseits sieht Lorenz auch eine gewisse Gefahr darin, Popmusik allzu ernst zu nehmen. Leicht, schreibt sie, füllt man "mit Inhalt, was vor allem simple Form sein mag."
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