Alte Männer in grauen Anzügen sitzen in Hinterzimmern und reden über Dinge, von denen sie insgeheim oft überfordert sind. Sie treffen Entscheidungen, die denen nützen, deren Einfluss am größten ist. Das ist Demokratie in Deutschland 2012. Marina Weisband führt in "Wir nennen es Politik" vor Augen, dass Demokratie mehr Beteiligung fordert. Sie ist aufgewachsen in der untergehenden Sowjetunion, jüdischen Glaubens und im Internet zuhause. Dort hat sie es als Selbstverständlichkeit erfahren, jederzeit die eigene Meinung zu sagen und dies auch zu nutzen, gehört zu werden und Dinge zu verändern. In ihrem Buch entwickelt sie Ideen für ein politisches Betriebssystem, das verantwortungsvolle aber nicht machthungrige Politiker und sich an der Demokratie beteiligende, mutige Bürger fordert: Nur so können die Herausforderungen der Demokratie bewältigt werden. Ein Plädoyer für die Politik und ein Aufruf zum Mitmachen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.03.2013
Die ehemalige Piratenpolitikerin Marina Weisband hat mit "Wir nennen es Politik" ein "anstrengungslos zu lesendes Erbauungsbuch" für all jene geschrieben, die irgendwie mit den aktuellen politischen Prozessen unzufrieden sind und, auch nur irgendwie, wollen, dass es besser wird, berichtet Jens Bisky. Der Rezensent hätte sich von Weisband eigentlich gerne über die Anfänge der Piraten aufklären lassen, "Außenpolitische Exkurse à la Helmut Schmidt" hatte er ohnehin nicht erwartet, aber die Autorin überzeugt ihn weder mit politischem Sachverstand, noch unterhält sie ihn mit Anekdoten oder Wissenswertem aus dem Innern der Piratenpartei, stellt er fest. Stattdessen verliere sich Weisband in möglichst allgemeinen Aussagen, die selbst einen wohlwollenden Leser nicht vom Hocker hauen dürften, urteilt Bisky harsch.
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