Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2006
Einen etwas zwiespältigen Eindruck hat Mario Perniolas Pamphlet gegen die Herrschaft der massenmedialen Kommunikation bei Josef Früchtl hinterlassen. Zwar scheint ihm die Kritik des Autors teilweise berechtigt, die allgegenwärtige mediale Kommunikation ebne alle Unterschiede und Bestimmtheiten ein und erweise sich damit als totalitär. Aber er hält Perniola vor, keine Erklärungen für seine Beschreibungen zu liefern und selten sachlich konkret zu werden. Etwas überzeugender findet Früchtl dann den zweiten Teil der Arbeit, in dem Perniolas Ästhetik und Kunst als Gegeninstanzen zur Kommunikation errichtet. Hier biete der Autor durchaus "anregende Elemente" für eine Theorie der ästhetischen Erfahrung. Allerdings zeigt er sich gegenüber Perniolas Glaube, die Kunst alleine könne vollbringen, wozu alle anderen gesellschaftlichen Sphären - Logik, Moral, Religion, Politik - nicht imstande sind, überaus skeptisch.
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